Pegnitz – und der „Flinderer“

In meinem Heimatort Pegnitz regiert wieder – wie seit „Jahrhunderten“ (!?) – im Frühjahr bis Frühsommer der „Flinderer“.
Für Uneingeweihte: Das ist eine genuine Fress- und Sauffestivität, die auf alte (Brau-) Rechte zurückgeht. Die Pegnitzer Stadt- oder „Ackerbürger“ hatten seit dem Mittelalter das Recht, Bier zu brauen und auszuschenken. Daraus entwickelte sich der durchaus sinnvolle Brauch, dass im Sommer zur Erntezeit, in wöchentlichem Abstand, jeweils nur ein B(r)auer Bier ausschenkte und die schwer Arbeitenden auch mit gehaltvollem, frisch Geschlachtetem vom Schwein, verköstigte.
Der Brauch wurde dann später von Gastwirten aufgenommen, die daraus für Pegnitz die „fünfte Jahreszeit“ schufen, aber ohne „carne vale“ wie andernorts.
Ich mag dieses „Event“, erinnert es mich doch an meine Jugend in Pegnitz. Es ist so herrlich anti-vegan, anti-alkoholisch, anti-modern, anti-nüchtern, anti-politisch, anti-“woke“; so richtig anti nach meinem Sinn. U.a. auch da das extra gebraute Bier immer hervorragend, das Schweinerne – Schipf, Knöchla, Bratwürst, Schäuferle – immer mundeten und munden.

Das hat mich aber nicht davon abgehalten, eine Satire mir Schein-historischem Bezug zu verfassen – für alle „echten Pegnitzer“:

Neueste historische Erkenntnisse zum Flinderer

Sanct Bracteolarius – der eigentliche Pegnitzer Heilige
Glaubt man den Resultaten renommierter Heimatforscher aus der Region, muss die Geschichte des „Flinderers“ in Pegnitz neu geschrieben werden.
Möglicherweise verliert dabei der bisherige Stadtheilige St. Bartholomäus seine Bedeutung: Jener, der angeblich immer wusste, „wo man den Most holt“ – aber halt nicht, wo das Bier!
Den Quellen nach – so fanden die Forscher heraus – soll Pegnitz sein traditionelles Fress- und Sauffest einem Heiligen und Märtyrer namens Bracteolarius – auf deutsch: „Der Flinderer“, zu verdanken haben.
Siehe hier: https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=F05935
Bracteolarius war offensichtlich ein Mönch vom „Orden der bierbrauenden Augustiner“ in München! Er kam auf seinen Predigtreisen auch nach Franken und nach Pegnitz, um da seine frohe Botschaft zu verkündigen.
Seine Kunde fiel auf fruchtbaren Boden, und in Pegnitz begannen die damals recht armen Ackerbürger „uff dem Letten“, nach seiner Anleitung aus ihrer angebauten Gerste endlich auch Bier herzustellen.
Das gefiel wohl einem gewissen Grantl, anscheinend ein Anhänger der damals aufkommenden Bruderschaft der „Communitas Vegetabilis“ oder der „Fumatores Cannabiensis“ (die Geschichtsforscher sind sich darüber nicht ganz einig), überhaupt nicht. Insbesondere da die Pegnitzer unter Anleitung des Bracteolarius das Fest des Bierbrauens nun mit dem Schlachten von Schweinen und dem enthemmten Verzehr von Schweinernem verknüpften. So verdingte der Grantl über Kuriere aus dem benachbarten Bayreuth einen Schergen, der dem Bracteolarius das Handwerk legen sollte. Er überwältigte ihn am helllichten Tag und malträtierten ihn so mit dem Reisig von Birken – heißt es in der Sage – dass er letztendlich am Ort seines segensreichen Wirkens seinen Geist aufgab.
Das Birkenreisig – oder der “Buschen“, das Marterinstrument, ist seither das Symbol des Flinderers und des Flinderns.
Das Ganze soll sich schon lange vor der Reformation ereignet haben, die bald danach auch in Pegnitz Einzug hielt. Aber die Pegnitzer haben sich anscheinend was vom alten Glauben behalten – so das Resümee unserer Forscher, was auch schon Voith von Voithenberg, laut Herbert Scherer, im 17. Jahrhundert festgestellt hatte – und so erfolgt die Verehrung des Heiligen bis in die heutigen Tage.
Der Heilige hat wohl auch den Mittelraum bereist und so ist es verständlich, dass sich auch italienische und griechische Wirte an dem Fest des Bracteolarius in Pegnitz beteiligen.

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„Kleriphobie“

Reloaded

Publiziert am Januar 25, 2024vonaltmod

Ewald Gerhard Seeliger* über Kirche, Klerisei und Pfaffen:

Kirche, Sündenschwindelwirtschaft, pfaffamtlich Bauernfängerei, der Staat des Raubbekenntnisses (s. Sünde, Schulden), Zauberladen, Falschdenkzwang zum Zwecke der Herrschaft, (Großsekte), die über die Staatsgrenzen hinausgreifende Wahrheitssperre (s.d.), die priesterliche Volksschinderei, die Glaubensschwindelgewalt. Jede K. ist ursprünglich eine Geheimgesellschaft gewesen (s. Freimaurerei, Sekte). Je geschickter ihre Meister zu gaukeln wußten, um so mehr Zulauf hatten sie, bis sie endlich ihr Ziel erreicht und die Staatsvergewalt in Händen hatten. Der Zerfall oder die Teilung des Staates wirkt stets auf die K. zurück. So hat sich von der katholischen K. (s.d.) zuerst die griechische (s. Rußland) abgespalten, dann die deutsche und nun die englische (’s. Luther, Calvin). Die Zahl der untergegangenen K. kommt der Zahl der untergegangenen Staaten nahe (s. Gnostiker, Manichäer). Die innerasiatische K., deren Oberhaupt der Dalai-Lama ist, hat wie die neurömische Heilige, Weihwasser, Glocken, Rosenkränze, Beichtstühle, Klöster und Bettelmönche (s.d.). Alle K. sprechen: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will mich an euch erquicken, indem ich euch immer noch mehr aufhalse! (s. Christentum, Papsttum, Mormonen, Mohammed, Sekte, Buddha, Moses, Religion, Sozialisten).

Klerisei: die Gesamtheit aller Kirchensklaven mit ihren glaubensgewaltschwindelnden Vorbetern und Anführeren (s. Kirche, Kirchenhierarchie, Pfaffe … Bischof, Kardinal, …)

Pfaffe, (Pope), Vorbeter, Altarbettler, Kirchendienstmacher, Kirchensklave, Unterpriester, Kanzellümmel (s. Lümmel, Calvin, Fanatismus, Priester, Klerisei, beten, Kirche, Sklaverei, Zelot).

Pfarrer, Überchrist, päpstlicher Kirchenknecht, Dorfherrscher, Kirchlandsperrer, neurömisch-gemeiner Unterhirt, der vom Kanzel- und Altarbettel lebende Wortzauberer. …Ewald Gerhard Seeliger: Handbuch des Schwindels, Insel Verlag 1988

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Nun zu meiner „Kleriphobie“:

Phobie bedeutet eigentlich „Angststörung“ und ist für mich eine psychiatrische Entität. Bis sich denn Soziologen, Psychologen, vor allem Ideologen, diese Benennung an sich gebracht haben. Mit der Absicht, Andersdenkende zu brandmarken: als Homophobe, Transphobe, Islamophobe usw.
Ich habe keine Angst vor Schwulen oder „Transmenschen“.
Vor dem Islam aber schon!


Und inzwischen zählt diese, meine alle betreffende „Kleriphobie“ dazu, nicht nur gegen „Imame“ (siehe Aufzählungen von E.G. Seeliger).

Nicht als „Angststörung“, eher als Abscheu, die ich – wie im Zeitgeist statthaft, denn für mich als „Phobie“ angenommen habe.
Ich habe keine Angst vor Pfarrern, hatte ich nie. Inzwischen aber überwiegend Verachtung; nicht aber unbedingt allen „Pfaffen“ gegenüber.
Es gab einen ohrfeigenden, aber keinen prügelnden Kleriker in meiner Vita. Dieser und der Kuratus aus meiner Pfandfinderzeit hat mich gottlob nicht angefasst – schon aber Freunde von mir!
Ich habe nie richtig geiferende Prediger erlebt; merkwürdige Predigten und von der Kanzel verlesene sogenannte „Hirtenbriefe“ schon.
Meinem früheren Religionslehrer am Gymnasium und Pfarrer habe ich als Gebildetem und Geistesarbeiter viel zu verdanken. Auch wenn er sich nie von seinem institutionellen und theologischen Korsett befreien konnte.
Ich hatte immer einen Bezug zum Religiösen, noch als ich aus der Kirche ausgetreten war.
Aber nicht mehr zu diesen heuchlerischen Moralpredigern, welche jetzt die Szene beherrschen. Diese eifernden und kriecherischen „Kuttenbrunzer“ und vor allem Prälaten, die nicht mehr eine spirituelle, sondern eine offen politische Agenda verfolgen. Die Menschen, welche nicht genehme Parteien wählen, inzwischen am liebsten exkommunizieren möchten; jedenfalls ausstoßen aus der Gemeinschaft der angeblich Anständigen. Die für Kranke und Ungeimpfte die Kirchenpforten verschlossen hielten, gerade als diese es besonders notwendig hatten.
Soll ich noch mehr aufzählen?
Diese falschen Gottesknechte vertreiben mit ihrem Tun von Tag zu Tag mehr Gläubige aus den Gotteshäusern, als man es sich je vorstellen konnte.
Und das hat nicht nur mit der zunehmenden „agnostischen“ Lebensart der Moderne und des Westens zu tun. Es ist diese pseudohumane, heuchlerische Gesinnung der „Klerisei“, welche vormals gläubige und treue Menschen abstößt. Diese ganze Anbiederung an Schwule, Linke, Grüne, Muslime, diese politische Agenda, die den Platz von Spiritualität und christlichem Bekenntnis eingenommen hat.

https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2024-01/bischoefe-appell-demokratie-deutscshland-osten-afd-extremismus.html

https://www.infranken.de/lk/bamberg/neuer-bamberger-erzbischof-dankt-anti-afd-demonstranten-stehe-an-ihrer-seite-art-5821921

https://www.kirche-und-leben.de/artikel/aufstehen-gegen-rechts-das-kann-jede-und-jeder-einzelne-tun

https://jungefreiheit.de/allgemein/2023/kardinal-marx-will-afd-anhaenger-nicht-in-kirchenaemtern/

Entkreuzte Glaubensschwindler!
Archivnummer: 161020-93-000166

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Massenmörder fahren Diesel

Der „Dieselskandal“

„Reloaded“ 2017

Den 2. August 2017 wird man sich merken müssen, egal wie an diesem Tag der sog. „Dieselgipfel“ der Bundesregierung ausgehen wird.
Die Parteien haben sich schon lange in Position gebracht und seit Tagen wird in den „Qualitätsmedien“ das Thema befeuert, damit sich die im Wahlkampf befindlichen Lager  warm laufen konnten. Die linke Wirtschaftspostille Handelsblatt faselte denn in diesem Zusammenhang von einer „Staatskrise Dieselskandal“.

Worum geht es eigentlich?

Durch den sog. Abgas-Skandal – glaubt man allen lancierten Meldungen, allein durch die deutschen Automobilhersteller mit Luxussegmenten verursacht –  geriet das Dieselauto endlich in den Focus aller umweltbewegten und antikapitalistisch orientierten Interessengruppen. Voran Greenpeace und die obskure „Deutsche Umwelthilfe“ mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Resch, der sich in den Medien als Sieger von Stuttgart feiern durfte: man hatte vor dem Verwaltungsgericht ein mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge erstreiten können.
Greenpeace informiert mit einer „Lichtinstallation“ an der Fassade des Bundesumweltamtes über die aktuellen „Todeszahlen“ durch den Diesel: „Vorzeitige Tote durch Stickoxid seit Dieselgate: 19.807† seit 1 Jahr 10 Monate 12 Tage 10 Stunden“.

Quelle

Ein sogenannter „Energieexperte“ des Qualitätsmediums ARD namens Jürgen Döschner machte den Diesel gar zu einem Holocaust-Korrelat, gewissermsaßen einem Nazi-Produkt, indem er twitterte: Die „Automafia“ – also Autoindustrie und Bundesregierung – „vergast jedes Jahr zehntausend Unschuldige“.

Man merkt – eine emotional aufgeladene Diskussion nach der Devise von Umweltaktivisten  und -Politikern wie Jürgen Resch:
„Ein Problem emotionalisieren, einen Schuldigen finden …“

Die sogenannten Experten, die jetzt zuhauf bei ARD und ZDF zu Wort kommen dürfen, geben aber in keiner Weise darüber Auskunft, was es mit den Stickoxiden einerseits – für deren Ausscheidung allein der Diesel verantwortlich gemacht wird – und der Feinstaubbelastung andererseits, es auf sich hat; und für den außenstehenden Laien wird dazu einfach alles in einen Topf geworfen: „Stickoxide“ (NOx) gleich „Feinstaub“.


Stickoxide

Betrachten wir zunächst das „Problem Stickoxide“.
Wikipedia informiert uns darüber u.a. folgendermaßen: „Eine der Hauptquellen für Stickoxide in der Atmosphäre sind Abgase, die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie beispielsweise Kohle oder Öl, entstehen.“ Aber man höre: „Nach Angabe des Umweltbundesamtes sind die jährlichen Stickoxid-Emissionen in Deutschland in der Zeit von 1990 bis 2014 von 2,885 auf 1,223 Mio Tonnen gesunken. In der Europäischen Union (EU28) sanken die NOx Emissionen in der Zeit von 1990 bis 2011 um 49 % von 17,338 auf 8,846 Mio Tonnen (nur! – d.Red.)“.
Deutschland hat demnach eine deutlich bessere „Stickoxidbilanz“. Doch: „In Europa werden mehr als 50 %, in einigen Städten bis zu 75 % der NOx-Emissionen durch den Verkehr verursacht.“

Was bewirkt denn eine höhere Stickoxidbelastung an gesundheitlichen Folgen?
Medizinische Experten weisen auf eine erhöhte Beeinträchtigung bezüglich Asthma oder „COPD“ hin und verweisen auf Zusammenhänge mit der gesundheitsschädlichen Ozon-Aufladung unserer Atmosphäre.

Es gibt ja bereits einen Untersuchungsausschuss des Bundestages zur VW-Abgasaffäre, vor dem einschlägige Experten zu Wort kamen. So unter anderen die Epidemiologin und „Feinstaub-Expertin“ Annette Peters, die stets für niedrigere NOx-Grenzwerte eintritt. Sie räumte vor den Abgeordneten ein, dass ein direkter Zusammenhang von Stickoxiden und Gesundheitsschäden epidemiologisch noch nie untersucht wurde. „Fürs NO2 bin ich mir keiner Studie bewusst, die das schon mal systematisch angeguckt hat“, sagte sie laut Protokoll.

Betreibt man nun weitere Recherchen bezüglich der Gesundheitsschäden durch NOx, lautet das Resümee tatsächlich: Dünne Faktenlage, keiner weiß, welche Schadstoffe Schäden verursacht haben, für die Stickoxide in der gegenwärtigen Diskussion pauschal verantwortlich gemacht werden.


Feinstaub

Fündiger wird man bei der Recherche über „Feinstaub“. Das scheint eines der beliebtesten und scheinbar ergebnisträchtigsten Themen in der epidemiologischen Forschung hinsichtlich Umweltbelastungen zu sein. Es ist damit natürlich ein Objekt für stets besorgte Regierungseinrichtungen. Demzufolge hat das Umweltbundesamt „errechnet“:

„ … so sind nach den durchgeführten Schätzungen bei Erwachsenen über 30 Jahren etwa 11 bis 14 Prozent (%) aller Todesfälle aufgrund kardiopulmonaler Erkrankungen und etwa 17 bis 20 % aller Todesfällen infolge von Lungenkrebs auf den Umweltstressor Feinstaub zurückzuführen.“

So kommt man auf beeindruckende Zahlen für „vorzeitiges Versterben“ in der Bevölkerung, auch wenn es sich tatsächlich nur um Schätzungen handeln kann, wie das Umweltbundesamt zugibt.

Man spricht in der epidemiologischen Forschung von „Disability-Adjusted Life Years”: „Summe aus Lebenszeit mit erkrankungsbedingt eingeschränkter Lebensqualität und verlorener Lebenszeit durch (statistisch gesehen) vorzeitiges Versterben.“
Das ergibt keine aus tatsächlich medizinischen bzw. naturwissenschaftlichen Forschungen gewonnene Dateneinheit, sondern ist ein soziologisch-statistisch gewonnenes Konstrukt.

Feinstaub ist denn ein ganz übler Schädling, gar der zivilisatorische Todesfaktor schlechthin, neben Cholesterin, Zucker, Fett und der Radioaktivität.

Ein medizinischer Informationsdienst meint festzustellen:

„Gerade winzig kleine Dinge können die Gesundheit ins Wanken bringen. Feinstaub ist nur etwa 0,01 Millimeter groß, aber äußerst gefährlich.“

Die Mikrobenangst – Gott hat sie bisweilen selig – läßt grüßen.

Verfolgen wir einmal die Zahlen über Feinstaub-assoziierte Todesfälle in der zeitlichen Entwicklung.

Der Spiegel titelte 2005: 65.000 Tote pro Jahr in Deutschland.
Doch es gab anscheinend Fortschritte, denn die FAZ zitierte 2015 eine Studie vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz mit nur noch 35.000 Toten.
Dagegen zitiert die Welt im gleichen Jahr eine andere Studie:

„Feinstaub in der Luft ist nach einem Bericht der Europäischen Umweltagentur pro Jahr für etwa 430.000 vorzeitige Todesfälle in der EU verantwortlich. Zum Vergleich: Laut Umweltbundesamt gibt es jährlich allein in Deutschland etwa 47.000 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub.“

Wer mag, kann hier den zitierten Artikel aus Nature nachlesen.

Im Reich der Mitte sterben vorzeitig 1,4 Millionen Menschen pro Jahr. In Indien sind es rund 650.000 Opfer. Auch in den Ländern der Europäischen Union führt Belastung der Atemluft mit Ozon und Feinstaub zu 180.000 Todesfällen, davon 35.000 in Deutschland. In Deutschland ist die Landwirtschaft mit 40 Prozent sogar die Hauptquelle für durch verschmutzte Luft verursachte Todesfälle.

Schreibt die FAZ.

Jetzt haben wir also noch einen Übeltäter: Die Landwirtschaft, welche mit „40 Prozent sogar die Hauptquelle für durch verschmutzte Luft verursachte Todesfälle“ ausmacht.
Das wäre noch eine gesonderte Betrachtung wert.


Diesel versus Benziner

Es gibt in der Lückenpresse noch differenzierende Stimmen. Aber darf man denen glauben? Die Welt beruft sich auf eine Studie des ADAC (?):

Benziner dürfen laut Gesetz zehnmal so viel ausstoßen wie Diesel
Aktuelle Tests des ADAC belegen, dass Benziner ein Vielfaches an Partikeln, also an Feinstaub, in die Luft blasen als Diesel-Motoren. Denn die sind seit Jahren auf Druck des Gesetzgebers flächendeckend mit Rußfiltern ausgestattet. Verschiebt sich der Marktanteil hin zu Ottomotoren, wird der Feinstaub-Ausstoß steigen. Denn Benziner dürfen laut Gesetz zehnmal so viel davon ausstoßen wie Diesel. Jüngste Untersuchungen der Schweizer Forschungsanstalt EMPA hatten allerdings ergeben, dass die getesteten Autos mit GDI-Technik, also Benziner mit Direkteinspritzung, zum Teil hundert mal so viele Partikel ausstoßen wie Dieselfahrzeuge.

Exakte Wissenschaft?

Wenn man gerade die oben zitierten Zahlen betrachtet, wird wohl niemand in diesem Zusammenhang von exakter Wissenschaft sprechen wollen. Gleichwohl dienen solche Zahlen zur emotionalen Aufladung des Publikums, auch wenn kaum einer sich in der Lage erweist, sie in einen rationalen Bezug zu setzen. Die diesbezügliche mediale Gehirnwäsche funktioniert, denn laut einer Umfrage befürworten 51% der Deutschen ein Dieselverbot.

Aber es gibt Hoffnung, die man auch durch „fundierte Studien“ belegen kann: „B-Vitamine: Pille gegen Feinstaub – mit B-Vitaminen gelang es in einer experimentellen Studie, den schädlichen Effekt kleiner Teilchen auf die DNA-Methylierung zu verringern…“.

Schöne neue Welt

Die Feinstaub- und NOx-Experten halten ein glückliches Zukunftsszenario für uns bereit.
Man stelle sich vor:
– Dieselautos werden verboten, dann alle Autos mit Verbrennungsmotor.
– Wir schlachten alle Methan- und NOx-ausstoßenden Rindviecher und schaffen die herkömmliche Landwirtschaft ab.
– Und der Strom kommt weiter aus der Steckdose.

Eine schöne neue Welt wird uns erwarten, wenn wir nur Greenpeace, der Deutschen Umwelthilfe und allen wohlwollenden Politikern folgen: ein Leben ohne Gestank, ohne trockenem Auge, Herpes, Asthma, Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz usw.
Dank „Dieselgate“!
Wir werden endlich vergessen dürfen, dass das Leben doch irgendwie lebensgefährlich ist und werden unbelastet sterben.

Habe ich nicht etwas vergessen?
Ach ja, eine Petitesse: diese Kerosin-ausstoßenden Flugzeuge über Stuttgart, Frankfurt, München, Berlin usw., in denen unsere Umweltpolitiker und Weltenretter zur nächsten Klimakonferenz fliegen; oder auch die aufgeklärten deutschen Dieselgegner, die jetzt in den Ferien oder ganzjährig nach Malle oder auf die Malediven düsen wollen, denn Flugzeuge fliegen ja nicht mit Diesel.

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Et resurrexit!

Frohe Ostern!

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Rückschlag für die Empörungskultur?

Erst war die „Willkommenskultur“, dann die „Verbundenheitskultur“.
Dann, als von der Kanzlerin „Hetzjagden“ in Chemnitz – und nicht nur dort – ausgemacht wurden, kam die „Empörungskultur“ dazu.
Nicht unbedingt ganz neu, denn vor „Chemnitz“ gab es ja auch schon „Hass und Hetze“ gegen Landfremde.

An Weihnachten – ausgerechnet ! ? – brannte in einem Ortsteil meines Wohnortes das in deren Eigentum befindliche Domizil einer pakistanischen „Flüchtlings“familie ab. Und man fand – es durfte ja nicht anders sein – „rassistische Schmierereien“ in dem ausgebrannten Anwesen.
Die betroffene Familie war erstaunlicherweise schon wieder mal „geflüchtet“ – schon vor dem Fest …

Helle Empörung, Mahnwache gegen Fremdenfeindlichkeit der vereinten örtlichen Gutmenschen-Kommunität: von der prominenten, lokalen Altkommunistin initiierte, vom Sprecher des Ausländerbeirats bis hin zu den Pfarrer/innen und all deren willfährigen Schäfchen. Gar der GEZ-ÖRR, die SZ, FR und alle bunt-deutschen „Qualitätsmedien“ berichteten, und W´bach geriet wieder einmal in die (internationalen) Schlagzeilen.
Den Ermittlungsbehörden durfte man zugutehalten, dass sie zurückhaltend waren mit den schnell evozierten „rassistischen“ Erklärungsmustern.
Der Bürgermeister aber, von der SPD, ein ehemaliger Polizist, war aber mit dabei, bei der gutmenschlichen Empörungskultur.

Und jetzt stellt sich heraus, die angeblich habelosen Migranten haben ihre Bude selbst angezündet: um von der Versicherung Geld abzuziehen. Die edle Flüchtlingsfamilie – „voll integriert“ im Ort – hat dies gemeinschaftlich abgewickelt, wie sich jetzt herausstellt.

https://www.op-online.de/region/main-kinzig-kreis/polizei-versicherungsbetrug-rechtsextremismus-brandstiftung-waechtersbach-zr-92900127.html?fbclid=IwAR1EEXuL9Mkr4D99-djZtzLk49Qv0aGxyP0k5vIOgQgYXvfmavtsNSqC9QU

Wie vor den Kopf gestoßen müssten jetzt eigentlich alle die Moral-Heuchler und Rechts-Verurteiler dastehen?
Natürlich: Schweigen in der bewaldeten Gegend!
Ja, auch die FAZ und gar die FR berichteten jetzt; wenn auch mit der beliebten vorbehaltlichen Beifügung „mutmaßlich“.
Kein Wort aber bisher von den örtlichen „Empörungs-Kulturschaffenden“ – was wohl auch nicht zu erwarten sein wird.

Und weiter träumt man nachts in seinem Bette,
wie schön empören man sich können hätte!

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Der Bauer

Ewald Gerhard Seeliger (Handbuch des Schwindels) über Bauern:

Bauer, der Lebensmittelerzeuger, der Landwirt, der Dorfgenosse, der Eigenbrötler, der Selbstversorger, die freie Menschheit auf dem Lande. Wer Land baut, denkt richtig. Läßt der B. die Hände ruhen, muß die Menschheit hungern. Der in den Werkstätten tätige Mensch leistet nur dann Arbeit, wenn er für den Landbauer schafft. Wer die Werkstatt und die darin befindlichen Gerätschaften (s. Maschine, Fabrik, Industrie) für die wichtigeren Herstellungsmittel ausgibt, ist ein Schwindler (s. Marx). Wer ihm nachheuchelt, ist ein Gewaltoberzauberer (s. Sozialisten). Das einzige Arbeitsmittel der Menschheit ist der Boden (s.d., Dorf, Siedlung, Landbaugenossenschaft, ‚Vatergut, Farm). Ohne Brot keine Stadt (s.d., Markt, Großstadt).

Ist möglicherweise ein Bild von Text

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Dummdeutsch – die ausdauernde Kraft des Phraseologischen

„Dummdeutsch“ war der Titel des genialen, gleichwohl provokanten Machwerks von Eckhard Hinscheid von 1985 – letzte Auflage leider schon 1993.

Der Begriff Dummdeutsch zielt eigentlich nicht vorderhand auf bestimmte Personen ab, sondern auf sprachliche Spezifika, welche von solchen geübt werden. So werden sie diese – stimmt die nationale Herkunft – zweifellos zu „Dummdeutschen“.

»Dummes«, strukturell »dummes« Wortmaterial … wie solches, das erst per fortgesetzte Inflation, gedankenlose Entleerung oder auch bloße Verwendung durch die garantiert falschen Menschen es – von Fall zu Fall anders – geworden ist. …
Dummdeutsch kommt vor allem aus dem Werbe- und Kommerzdeutsch, aus altem Feuilleton- und neuem Professorendeutsch, aus der sog. Psychoszene, aus handfest- törichtem Presse- und Mediendeutsch … (ist) eine fast immer so oder so wichtigmacherische Brühe.
(Henscheid)

Wichtigtuerische Brühe, die nicht Professoren, Soziologen, Psychologen, sondern vor allem Politiker und Gutmenschen bürgerlicher wie linker Herkunft pflegen. Also insgesamt Leute, die diesem Eigenschaftswort zugeordnet werden können.

Wir haben z.B. eine Außenministerin, bei der noch nicht geklärt ist, ob sie einen Sprachfehler hat, oder einfach nur dumm ist. Hört man sie manchmal reden, ist mit Wahrscheinlichkeit Letzteres richtig.
Dazu ein Kanzler mit „Wumms“ und Steigerung zum „Doppelwumms“. Redestil einer kindsköpfig, albernen Sprache von inzwischen schon mehr als einem übel riechenden Fischkopf an der Spitze unseres Staates.

Ich gehe zusätzlich mal auf drei recht aktuelle Phrasen im neudeutschen Dummsprech unterschiedlicher Zuordnung ein (mehr heute nicht).

Allenthalben redet und schreibt man von „achtsam“ und „Achtsamkeit. Mit dieser aufgemotzten Floskel lassen sich anscheinend sogar Krimis besser vermarkten; Weiber-Gedöns ganz bestimmt.
„Achtsamkeit bedeutet, im Hier und Jetzt zu sein – und zwar nicht nur körperlich, sondern auch mental. Das ist für die meisten Menschen kein Normalzustand.“
„Hier und Jetzt“, auch so eine abgedroschene Psycho-Bläh-Phrase.

Und das spielt sich natürlich in der „Zivilgesellschaft“ ab. Auch so Modewort, ein deutscher Neusprech aus der sozialistischen Sprach-Mottenkiste, historisch-semantisch aus Antonio Gramscis Schriften von der „società civile“ entstanden.
Wikipedia: „Der Begriff Zivilgesellschaft (englisch civil society) hat sich als Bezeichnung für die Arena kollektiven Handelns im öffentlichen Raum neben denen des Marktes und des Staates gegenüber anderen Begrifflichkeiten (bspw. gemeinnütziger Sektor, Dritter Sektor) durchgesetzt. Die hierzu gehörenden Akteure werden als zivilgesellschaftliche Organisationen (ZGO) bezeichnet englisch civil society organisations – CSO, nach wie vor aber auch als NGO oder NPO.“
Man spricht von „Arena“, womit man eigentlich nichts anderes als „Zirkus“ verbindet.

Und in der deutschen „Arena“ muss man „Gesicht zeigen“!
Im Zusammenhang mit „Gesicht zeigen“ und Politik kommen mir solche Visagen wie von Claudia Roth, Karl Lauterbach, Agnes-M. Strack-Zimmermann, Anton Hofreiter u.a. vor Augen – was mir umgehend Ekel verursacht.
Leute, die der Proklamation „Gesicht zeigen“ folgen, haben meist einen verkniffenen Arsch in der Hose und einen fanatischen Zug um den Mund – vom „Gesäß“ zum „Antlitz“. Denn es geht ja gegen rechts … für die Demokratie! Nicht etwa gegen Frauenprügler, Vergewaltiger, Judenhasser, sprich „Bereicherer“ jedweder Zielsetzung. Da macht man sich trotz Verkniffenheit schnell in die Hose, denn man könnte ja deswegen „nazi“ sein.

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Beginnt nicht heute Ramadan?

Da denk ich an ein Versprechen:

Mein Versprechen: es gibt auch heute deutschlandweit leckere Wurstplatten zum Vespern!

Oder ein Schäuferla.

Na denn:

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„bunt statt braun“


Etwas zur Geschichte des Begriffs „Bunt statt braun“.

In den Englischbüchern der Nachkriegszeit, mit denen wir uns in den 50er und 60er Jahren beschäftigten, wurde uns der Begriff des „Melting Pot“ am Beispiel der USA oder New York als ein mustergültiger Wesenszug dieses Landes verkauft. Die differenzierenden Begriffe der „Salad Bowl“ oder „American Pizza“ tauchten da (noch) nicht geläufig. Schon in den „sprachpädagogischen“ Texten ging es nicht nur darum, dass aus Briten, Franzosen, Spaniern, Deutschen, Japanern, Chinesen, Afrikanern und vielen anderen Völkern „Amerikaner“, wie sich die US-Bürger oft selbst bezeichnen, entstanden. Es wurde dem umzuerziehenden, da genetisch rassistisch veranlagten deutschen Jugendlichen, die Ideologie des friedlichen Zusammenlebens und die Verschmelzung von Weiß, Gelb, Braun, Rot und Schwarz als Anzustrebendes nahegelegt. Wer sich über die Schulbücher hinaus zu informieren wusste, konnte aber bald feststellen, dass es mit dem „Melting Pot“ nicht so weit her war, sondern dass es sich eher um mehrere Töpfe mit brodelndem und leicht überkochendem Inhalt auf dem Herd der USA handelte.
Amerika war seit je ein Einwanderungsland, für Deutschland musste diese Option nach Maßgabe der amerikanischen Schmelztiegler erst entwickelt werden. Insbesondere auch, um aus den Deutschen die Überzeugung eines „Volks ohne Raum“ zu exorzieren.
Da der Deutsche angeblich die Einheitsfarbe braun so liebt, wurde als Antitoxin der Begriff der „Bunten Republik“ kreiert.
Wer hat den Begriff erfunden?

Schneidet man Googlehupf auf, findet man als erste Quelle Udo Lindenberg mit seinem hingerotzten „Lied“ und Text von der Bunten Republik Deutschland aus dem Jahr 1989:

„Egal ob Du ‚n Italdieser bist,
oder ‚n Italjener.
Egal, ob Du ‚n fescher Deutscher bist,
oder ‚n Türke, ‚n schöner,

Bunte Republik Deutschland…“

Danach war eine zeitlang Ruhe um eine bunte Republik Deutschland, denn man konnte sich in der ersten rot-grünen Ära auf den Schwafelbegriff „Multikulti“ konzentrieren. Ebenso eine alberne Benennung, welche nur von beschränkten Gestalten um Claudia Roth und Frau Bischöfin Käßmann ausgehalten werden konnte. Das Wort fühlte sich schon im Mund nicht gut an, denn es musste erst immer heftig eingespeichelt um dann ausgespuckt zu werden. Und bald waren sich sogar rote und grüne Soziologen und Politiologen (gibt es eigentlich andere?) einig: „Multikulti ist gescheitert!“ – warum auch immer.
Also musste eine neue bildhafte Redewendung, eine neue Umerziehungsphrase her.
Das Zwischenspiel von 1993, als der DFB – eine der Ober-Kultur- und Anstandswächter-Organisationen der Republik – die Aktion „Mein Freund ist Ausländer“ kreierte, war ebenfalls nur von kurzer Dauer. War wohl den seinerzeit noch vorhandenen Durchschnitts- und Stammtisch-Deutschen nicht eingängig, – obwohl oder gerade, weil man nur Fußballfan war und ist.
Da erwiesenermaßen mit dem zunehmenden zeitlichen Abstand zum Ableben von Adolf Hitler die „braune Gefahr“ in Deutschland exponential zunimmt, war es Zeit, eine neue Verbildlichung zu schaffen.

Der Durchbruch!

Nachdem Rostock in die Gefahr geraten war, zu einem braunen Topos zu werden, taten sich dort einige Mutige und Aufrechte zusammen und gründeten 1998 das sog. überparteiliche Aktionsbündnis „Bunt statt braun“, denn es galt, gegen Rechtsradikalismus Flagge zu zeigen. Endlich!
Ich zitiere aus einer Begründung seinerzeit:

„Der Begriff „bunt“ assoziiert im Generellen etwas Positives, Farbenfrohes und Wünschenswertes. Der Begriff vereint positive Aspekte und negiert automatisch Uniformität, Gleichschaltung, Tristesse, Tod und Terror – alles negative Aspekte, die mit den Begriffen „bunt“ und „Multikulti“ nichts gemein haben.“

So kann man verstehen, dass „bunt statt…“ sich in der Alltagsredekunst der Polit- und Gutmenschkaste festgeklebt hat.
Der von unseren Volksschindern gewählte Obergutmensch der Republik, der ungesalbte Gesetzesunterkritzler von 2010, Christian Wulff, wünschte sich demnach in seiner Antrittsrede auch die „bunte Republik Deutschland“ sehnlichst herbei.
Ihm folgte dann landauf – landab die Kaste der Wichtigen und Bewegten, der unermüdlichen Volkspädagogen geistlicher und säkularer Provenienz, um die bunten Fahnen aufzuziehen. Jeder Dorfbürgermeister und seine eskortierenden Kirchenknechte propagierten jetzt ihre Gemeinden als bunt, tolerant, weltoffen: beim „Volkstrauertag“, zum Advent und vor dem Glühwein beim Weihnachtsmarkt, bei wärmenden Lichterketten in finst´rer Winternacht, gar zum Ramadan – und was sich sonst dazu anbietet. Bei letzterem Anlass verzichtet man aber wohlweislich darauf, dazu auch die Lesben- und Schwulenfahne aufzuziehen, das nahezu amtlich gewordene Symbol der Buntheit in der bunten Republik.


Optische Halluzinationen können durchaus Symptom einer tiefgreifenderen Nervenstörung sein, lernt man als Mediziner schon im Studium. Zur Zeit erleben wir wieder eine Hochblüte der bunten Phraseologie und Massenpsychose.
Die Wahlerfolge und Umfrageergebnisse der AfD, der Protest dieser „Blut-und-Boden“-Zunft, genannt Bauern, gegen die bunte Ampel, riefen „spontan“ die Braven und Aufrechten zum couragierten, hunderttausendfachen Protest auf die Straßen, bis hin in den letzten Krähwinkel der Republik.

Kurz noch etwas zur Farbenlehre.
Die Bunt-Angerührten sollten wissen, dass mit dem Zusammenmischen von bestimmten Farben „Braun“ herauskommt: „Rot und Grün sind Komplementärfarben … dieses Paar zusammenzumischen erzeugt Braunschattierungen.“
Dass eine Beimengung von Schwarz den Farbton noch bestärkt, ist jedem bekannt.

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Peter Scholl-Latour

Screenshot – correcctiv.com

Heute vor 100 Jahren geboren, verstorben 2014!

Ich will keine eigene Zitate-Seite aufmachen, aber das sei vorangestellt:

„Die deutsche Presse ist nicht frei.“

Hier wird man fündig mit Zitaten und Erklärungen von ihm.

Ich teile Scholl-Latours Einschätzungen zum Islam in Teilen nicht, auch nicht manche über Russland. Mit der Teilung der Ukraine schon, wurde doch auch Huntington in seinem Pessimismus bestätigt.
Er war mit seiner Doppelstaatsbürgerschaft – Deutscher und Franzose – ein Anhänger der Idee vom „Europa der Vaterländer“, wie Franz Josef Strauß. Die Osterweiterung der EU hielt er für übereilt und einen frühen Fehler und hielt nichts von der EU als Idee.

Sein wohl bekanntestes Zitat, das nicht nur allen deutschen Politikern ins Stammbuch geschrieben gehört, lautet:

„Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta.“

Das Zitat sei erfunden, meinen „Faktenforscher“. Aber wenn sich gar ein Betrugs- und Lügenportal wie „correctiv“ seiner Zitaten annimmt, muss es wohl stimmen, der Urheber scheint mir damit gar geadelt!

Scholl-Latour war in den letzten 60 Jahren der große Welterklärer für die Deutschen, im Fernsehen und in seinen Büchern. Seine Stimme, seine Analysen, seine Weltläufigkeit fehlen im deutschen Journalismus, der nur noch zu einer Spießbruderschaft mit den Mächtigen und dem Zeitgeist verkommen ist.

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